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Faction Warfare – Tag 3

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Faction Warfare hat mich enttäuscht.

Was ist passiert? Nach der ziemlich frustrierenden Mission von gestern hatte ich mir überlegt, es noch einmal mit der Verteidigung von Plexen zu versuchen und habe mich auf den Weg gemacht und eine geeignete Novizenbasis gesucht.

Während ich so fleißig meine Runden in einer Plex gedreht habe, kam tatsächlich eine Kestrel vorbei, deren Pilot mich auch angreifen wollte, allerdings war das nicht, wie ich erwartet hätte, das State Protectorate, sondern offensichtlich jemand, der nichts mit dem Krieg zu tun hatte. Und mit dem wollte ich nicht kämpfen, denn wenn ich schon sterben sollte, dann wenigstens in einem halbwegs fairen Zweikampf zu Ehren der Föderation und nicht gegen einen daher gelaufenen Hooligan.

Warum mischt der Typ sich überhaupt in unseren Kampf ein?

Also raus aus dem Komplex und ab ins nächste System um dort auf einen Kampf gegen einen Squid zu warten. Und verdammt noch mal, ich hatte wieder das gleiche Erlebnis, diesmal jedoch mit zwei Schiffen, kaum kamen sie durch das Gate, war ich schon fast im Warp. D-Scan sei Dank 🙂

Nur nicht aufgeben, zwei Systeme weiter fand sich dann wieder eine Novizenkomplex und im Local konnte ich erkennen, das auch mehrere Caldaris anwesend waren.  Bei meinem Glück habe ich natürlich damit gerechnet, das mir niemand Beachtung schenkt und das die einfach nur auf der Durchreise sind.

Aber weit gefehlt, ich wurde bereits von vier Feinden vor dem Acceleration-Gate erwartet und direkt aufgeschaltet. Vier gegen eins ist nicht unbedingt fair, aber ich wollte es ja so. Und dann wurde es verdammt hektisch im Cockpit. Afterburner an, Gegner aufschalten, scramblen, orbiten und schießen. Bis auf das scramblen hatte ich das schon tausendfach gegen Ratten geübt, aber das hier war etwas komplett anderes, das hier war meinesgleichen, das waren Kapselpiloten. Erwartungsgemäß schnell habe ich die Heimreise angetreten und erwachte in Dodixie.

Das war ganz schön hektisch und mit einem Gatecamp hatte ich nicht gerechnet. Aber eigentlich muss man in New Eden mit allem rechnen, selbst das einem der Guten-Morgen-Quafe ins Gesicht haut.

Da saß ich nun auf der Station und überlegte wie es weiter gehen soll. Ein neues Schiff kaufen und 10 Jumps zurück ins Kriegsgebiet um wieder als Fischfutter her zu halten? Oder gleich einen ganzen Schwung Schiffe und passende Fittings kaufen und mir ein Staging aufbauen?

Mich einer Corp anschließen um das Kriegshandwerk von Grund auf zu lernen?  Das kommt eigentlich nicht in Frage. Ich will mir nicht wieder vorschreiben lassen, wann ich einer Flotte beizutreten habe oder Meldepflicht in den Comms, wenn ich nur mal kurz beaufsichtige möchte, ob der neue Janitor den Hangar auch richtig “durchwischt”.

Nein, im Grunde meines Herzens bin ich eine Nomadin und will mich nicht wieder irgendwelchen Diktaten unterwerfen. Deshalb bleibe ich vorerst lieber Freelancer, zur Not auch im Faction Warfare.

Auf der anderen Seite, muss jetzt entweder schnell meine Kampffähigkeiten gegen andere Kapselpiloten verbessern oder ich lasse es besser gleich bleiben.

Während ich noch so vor mich hin sinnierte, meldete sich über Intercom mein alter Kumpel FourBeer aus dem Nullsec. Er hatte gerade beim Minern etwas Langeweile und wollte mir mitteilen das er mit zwei gemeinsamen Bekannten vom Raumkommando über den Faction Warfare und das ich mich dort eingeschrieben habe, gesprochen hatte. Deren Meinung war ernüchternd u.a. hätte ich erheblichen Standing Verlust inkl. aller Nachteile bei den Caldari zu erwarten (= nie wieder shoppen in Jita!) oder ständig Gerangel mit eigentlich unbeteiligten Parteien, die sich in den Krieg einmischen und dadurch für unnötigen Ärger.

Irgendwie hatte sich bereits vor diesem Gespräch in mir der Gedanke festgesetzt, meine kurze Miliz-Laufbahn zu beenden und mir andere Aktivitäten zu suchen.

Eigentlich sollte man solche Entscheidungen eigentlich noch mal überschlafen aber ich habe kurzen Prozess gemacht und meine sofortige Kündigung eingereicht.

Mir fiel dann wieder ein, das ich mir meine Killmail noch gar nicht angesehen hatte, denn diese Erinnerung an mein kurzes Gastspiel im FW wollte ich noch unbedingt in meinem Abenteuerlogbuch festhalten. Zu meiner Verwunderung fand ich in meinem Postfach noch einen zweiten Killbericht, allerdings war ich bei diesem zur Abwechslung auf der richtigen Seite. Offensichtlich hatte ich einem der Camper doch soviel Schaden zugefügt, den er noch nicht wieder repariert hatte, das sein nächster Gegner den Sieg mit mir teilen musste, obwohl ich zu dem Zeitpunkt bereits in Dodixie war.

Wenn ich diese Information früher gesehen hätte, dann wäre meine Entscheidung möglicherweise anders ausgefallen.

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