Umzug und LowSec Piraten

Geschätzte Lesedauer: 4 Minuten.

Es sind jetzt vier Wochen ins Land gezogen, seit meinem etwas überhasteten Auszug aus dem Null, den ich inzwischen etwas bereue.

Mein ehemaliger Corp-Kollege Stan McCan vom Raumkommando hatte in der Zwischenzeit eine neue Corp gegründet, der ich mich kurzerhand angeschlossen habe und gemeinsam haben wir in der Nähe von Rens in einem System mit Icebelt unsere vorläufige Operationsbasis eingerichtet. 

Die Sache mit dem Icebelt klingt zwar verlockend, aber meistens ist schon alles lukrative weg oder die anderen anwesenden Miner zeigen durch ihr passiv-aggressives Verhalten, das man nicht erwünscht ist, so das ich es besser bleiben gelassen habe. 

Und auch die PI-Ausbeute ist mehr als mager, da brauche ich einen langen Atem um damit langfristig größere Summen verdienen zu können.

Als nette Abwechslung kam es mir dann sehr gelegen, dass endlich meine Umzugsgüter aus dem Asset Safety in Odebeinn angekommen waren und ich sie dort abholen konnte.

Um dorthin zu kommen musste man vom Highsec aus durch das Lowsec System Frulegur und zwei weitere Highsec Systeme bevor man dann in Odebeinn in einem weiteren Lowsec System war.

Die Reise dorthin verlief ereignislos und als ich dort angekommen war ging es los, Container öffnen und gegen Entrichtung größerer ISK-Beträge konnte ich dann mein Eigentum entnehmen. Danach ging es erst einmal mit einem Industrial zu einer Struktur in Erlendur, also das erste System hinter Frulegur. Dort wollte ich das ganze Zeug erst einmal parken, bevor es dann in Richtung Rens weiter gehen sollte.

So wie ich es aus dem NullSec gewohnt war, habe ich den Weg zurück in der Kapsel angetreten. Während des Andockvorgangs in Odebeinn machte es plötzlich Wumms und mein lebloser Klon schwebte für mich vollkommen unverständlich im All.

 Offensichtlich hatte da ein Vollhonk die Regeln im LowSec ausgenutzt und ohne Angst vor Strafmaßnahmen durch Concord einen ahnungslosen Piloten aus seiner Kapsel geholt.

Da saß ich nun in Rens und musste den weiten Weg wieder zurück, also habe ich trotz vorgerückter Stunde die Reise angetreten, aber nicht ohne dabei vorsichtshalber unterwegs auf der Strecke meinen medizinischen Klon auf einer neuen Heimatstation anzulegen.

Am nächsten Morgen habe ich dann fleißig weiter gemacht und alles zwei Jumps weiter in das System vor Frulegur gebracht, das ging auch genau zweimal gut bis es auf einmal gekracht hat und die leere Miasmos in der ich gerade saß  nur noch ein Haufen Schrott war. 

Da lungerte wieder der gleiche Idiot wie gestern irgendwo oberhalb der Station und ballerte alles weg, was ihm vor die Flinte kam. Kopfschüttelnd über diese kleingeistige Aktion, habe ich gerade noch so die Kurve bekommen und bin in der Kapsel auf die nächste erreichbare Station gewarpt. 

Und das war ein echter Glücksgriff, denn jetzt hatte ich die Idee wie ich mein Zeug auf einem umständlichen aber möglicherweise sicheren Weg aus diesem System raus bekommen konnte. Einfach abwarten bis ich relativ alleine in Odebeinn bin und dann alles schnell auf eine Nachbarstation bringen. Bevor es von dort weiter in die Highsec Insel ging. Dadurch war zumindest die Gefahr eliminiert beim verlassen der Station abgeschossen zu werden, so konnte ich bequem ins System rein und wieder raus um alles wie ursprünglich geplant in dem System vor Frulegur zwischen zu parken. 

Nach fast zwei Wochen hatte ich dann alles mühevoll und unfallfrei umgesetzt und begann den kurzen und vermeintlich relativ harmlosen Sprung durch das nächste Lowsec System in Richtung Highsec. Die ersten fünf, sechs Durchläufe waren mit Interceptoren und Blockade Runnern schnell erledigt, aber dabei habe ich zweimal lernen müssen, das es doch nicht so harmlos war, denn am Gate von Erlendur nach Frulegur lungerten Camper rum und hätten mich fast erwischt. 

Danach wurde ich vorsichtiger, aber trotzdem kam es, wie es kommen musste, obwohl ich mich direkt nach der Downtime eingeloggt hatte, wartete das feige Gelumpe bereits auf mich und zerlegte meine Mastodon. Vielleicht hätte ich nicht direkt vor der Downtime am Gate ausloggen sollen, die hatten vermutlich einen gecloakten Wachtposten da rum stehen. 

Danach wurde ich noch viel vorsichtiger und inzwischen war auch Ella zur Unterstützung da und saß als “Auge” auf einer Station in Frulegur um zu checken ob irgendwelche von diesen Wegelagerern im System anwesend waren. So habe ich dann im Laufe der nächsten Woche noch einige Schiffe wohlbehalten in Sicherheit gebracht.

Dabei war das absolute Highlight die Nacht wo ich über eine Stunde komplett alleine in Frulegur war und in dieser Zeit 10 weitere vollbeladene Industrials und Miningschiffe evakuieren konnte. Es standen nur noch drei Schiffe in Erlendur rum und ich war bester Hoffnung, in dieser Nacht endlich mit dieser Aktion fertig werden zu können, als mich leider zwei plötzlich am Gate auftauchende Piraten in die harte Realität von EVE zurück holten als sie eine fast voll beladene Epithal und meine Kapsel in Einzelteile zerlegten. War zwar ärgerlich, aber ich habe mich gefreut, das für diese Idioten nicht so viel Beute abgefallen ist.

Zwei Tage später war dann erledigt und nachdem ich dann in Rens meine ganzen Produktionsgüter verkauft hatte, habe ich Kassensturz gemacht 

Nach Abzug aller Kosten und Verluste sowie ohne Berücksichtigung des Zeitaufwands habe ich sogar einen kleinen Gewinn gemacht.

Aber viel wichtiger für mein weiteres Leben in New Eden waren die vielen Lektionen, die ich gelernt habe um zu überleben:

  • Immer den DScan offen haben und regelmässig refreshen
  • Ein gut eingestellter Overview, den man auch immer im Auge behalten sollte
  • Beim Jump in ein System hat man sechzig Sekunden Zeit sich einen Überblick zu verschaffen um einen Safe Spot, eine NPC Station oder direkt das nächste Gate anzuwarpen. Das ist genug Zeit 
  • Für einige Industrials sollte man den Cloak-Trick beherrschen 
  • Verschaff Dir mit zkillboard, Dotlan und dem Gatecamp Check einen Überblick bevor Du in unbekanntes Territorium fliegst 

Kommentar verfassen